Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse in Bayern zukunftsfähig ausrichten

Drucksachennummer: 17/18785

25.10.2017

Antrag der Abgeordneten
Schorer Angelika, Brendel-Fischer Gudrun, Beißwenger Eric, Kreitmair Anton, Schöffel Martin, Schorer-Dremel Tanja, Schwab Thorsten, Steiner Klaus, Ströbel Jürgen, Taubeneder Walter

Schorer Angelika

CSU

Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse in Bayern zukunftsfähig ausrichten

Der Landtag wolle beschließen:

Die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Privat- und Kommunalwälder in Bayern. Die Förderung der Leistungsfähigkeit und Eigenständigkeit der forstlichen Selbsthilfeorganisationen ist deshalb im Hinblick auf die Herausforderungen der Zukunft ein wichtiges Ziel. In diesem Zusammenhang ist auch die Gestaltung der Schnittstellen zur staatlichen Forstverwaltung von sehr großer Bedeutung.
Der Landtag hält den Evaluierungsbericht für eine gute Grundlage und begrüßt das Vorhaben der Staatsregierung, auf Grundlage dieses Berichtes mit den Verbänden in den nächsten Monaten die künftige Gestaltung der Zusammenarbeit zu entwickeln, um die Waldbesitzer bestmöglich bei der flächendeckenden Waldpflege und -bewirtschaftung unterstützen zu können.
Die Staatsregierung wird aufgefordert, im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über die Ergebnisse und Konsequenzen zu berichten.

Mit 2,6 Mio. ha ist Bayern das waldreichste Bundesland. 54,2 % davon ist Privatwald, 13,5 % Kommunalwald. 95 % der Waldbesitzschaften im Privatwald sind kleiner als 10 ha, rd. 54 % sind sogar kleiner als 1 ha. Der Klimawandel und seine Folgen stellen die Waldwirtschaft insgesamt vor große Herausforderungen. Dabei müssen die vielen kleinen Privatwaldbesitzer ebenso nachhaltig wirtschaften können wie der Staat, die Kommunen und die großen privaten Waldbesitzer. Die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse als Selbsthilfeorganisation und Interessensvertretung sind dabei ein zentrales Bindeglied. Sie bieten in Kombination mit der gemeinwohlorientierten Beratung der Forstverwaltung in betrieblichen Fragen und in der Holzvermarktung eine professionelle Unterstützung für Privatwaldbesitzer und Kommunen im Hinblick auf eine eigenverantwortliche und nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Im Privatwaldpakt, den die Staatsregierung im Jahr 2013 mit dem Bayerischen Waldbesitzerverband und dem Bayerischen Bauernverband geschlossen hat, wurde für das Jahr 2016 eine Evaluation der Leistungsfähigkeit der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse und deren Beratung durch die forstlichen Berater festgelegt. Der vorgelegte Evaluierungsbericht zeigt, dass sich die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse seit 2005 deutlich weiterentwickelt und professionalisiert haben. Dazu hat die Beratung durch die so genannten forstlichen Berater der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten maßgeblich beigetragen. Gleichzeitig stehen Waldbesitzer, forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und Forstverwaltung durch Klimawandel und demographische Veränderungen in der Waldbesitzerschaft vor neuen großen Herausforderungen. Es ist daher sinnvoll und zielführend, die künftige Gestaltung der Zusammenarbeit mit den Betroffenen ausführlichst zu diskutieren und danach die staatliche Unterstützung der Forstzusammenschlüsse wettbewerbsneutral entsprechend weiterzuentwickeln und festzuschreiben.

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