(we) Kindererziehung und Frühförderung sind topp aktuelle Themen. Momentan ist das Betreuungsgeld, das an die Eltern gezahlt wird, die ihre Kinder nicht in einer Kinderkrippe betreut wissen wollen, sondern die Erziehung selbst übernehmen, in Aller Munde. Aber auch auf Bayerischer Ebene haben CSU und FDP lange um die Bezuschussung des letzten Kindergartenjahres gerungen, bevor es nun im Haushaltsgesetz verankert wurde.
Um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen besuchte MdL Angelika Schorer den Kindergarten in Ebenhofen. Sie wolle sich einen Eindruck von der Arbeit mit dem offenen Kindergartenkonzept machen, so die Landtagsabgeordnete. Begleitet von Bürgermeister Eurisch ließ sich die engagierte Sozialpolitikerin in das Konzept einweisen und war dabei besonders beeindruckt von den liebevoll ausgestatteten Räumen und vom großen Engagement des Kindergartenteams rund um die Leiterin Tanja Böck. Überall das pralle Leben. Ob im Wohnzimmer, im Bistro bei der Brotzeit, in der Kleckslwerkstatt oder im ZuSpiWoWi (Zusammen-Spielen-Wollen-Wir) Zimmer erfreuten Schorer und Eurisch die fröhlichen Kinder. Im anschliessenden ausführlichen Gespräch erläuterten Tanja Böck und Gaby Seidl die Details des Konzeptes, formulierten aber auch Wünsche an die Politik. Es war ein langer Prozess, so Böck. Wir haben in den letzten acht Jahren intensiv gearbeitet, angefangen von der notwendigen Schulung bis zur Information der Eltern, die wir Schritt für Schritt mitgenommen haben. Damit erreichen wir den aus unserer Sicht optimalen Weg zur Vorschulerziehung unserer Kleinen. Heute sind alle restlos davon überzeugt und wir haben oftmals Gäste aus anderen Kindergärten der Umgebung, die diesen Weg ebenfalls gehen möchten und sich bei uns informieren, erläuterten die Erzieherinnen. MdL Schorer erklärte, dass es in der Koalition leider nicht möglich war, die vorgesehen Mittel in Höhe von 120.000.000 € in die Qualitätsoffensive für Verbesserungen in der kindlichen Frühförderung zu stecken, sondern dass ein großer Teil nun für den Zuschuss an die Eltern der Kinder im dritten Kindergartenjahr gesteckt werde. Hier hätte sich die Abgeordnete eine andere Lösung gewünscht.
In ihren Wünsche an die Politikerin erklärten die Erzieherinnen, dass sie sich eine Entschlackung der s.g. Beobachtungsbögen wünschen, die aus ihrer Sicht den Kindern nicht gerecht werden und dazu führen können, dass die Kinder zu schnell in Schubladen gesteckt werden. Hier ist mehr Flexibilität wünschenswert, so Böck. Wir führen zusätzlich von uns entwickelte Entwicklungsbögen, die uns zielgerichteter erscheinen, erklärt Seidl. Auch sind im Leitfaden zum Bayerischen Erziehungs-und Bildungsplan (BEP) zu viele Programme hinterlegt, die bei Umsetzung dazu führen, dass die wichtige Spielzeit viel zu kurz kommt, so Böck. Zu guter Letzt wären auch Verbesserungen im Bereich Inklusion notwendig, um die Förderung von Kindergärtenplätzen in diesem Bereich unbürokratischer und für die Eltern nachvollziehbarer zu erreichen.